✂ Tipps: Ein Lötkolben kann mehr als nur Löten.

Ein Lötkolben kann mehr als nur Löten.

Aus dem Werkunterricht ist vielleicht schon bekannt, dass man mit diesem heisen Gerät auch Muster in Holz brennen kann. Im Cosplaybereich nutz man den Lötkolben auch gerne dazu Verzierungen in Schaumstoffe wie EVA, Plastezotte und Profoam zu schmelzen.

 

 

 

Vorbereitungen   

  • Erst checken ob eines der Materialien leicht entzündlich ist oder  gesundheitschädliche Dämpfe enstehen können,
  • Arbeitsplatz auf/leer räumen,
  • Körper/Hände und Atemwege schützen,
  • arbeiten nur in einem gut gelüfteten Raum,
  • ideal wäre eine feuerfeste Unterlage (z.B. Herd, Metall, Glas, ...),  
  • sonstige Brandschutzmaßnahmen (z.B. Wasser griffbereit)
  • [usw.]

 

 

Erfahrungswerte

  • Setzt den Lötkolben nur so tief an, dass ihr das Material nicht durchschmelzt und ihr am Ende kein ungewolltes Loch habt. 😉 
  • Achtung! Alles was Metall ist wird heiß und schmilzt das Material in unmittelbarer Umgebung, auch ohne Berührung; so zum Beipiel auch die Schreuben die das Lötblatt befestigen. - Leider ist mir das ab und zu passiert, dass ich nicht auf die Stellung dieser Schrauben geachtet habe und dann plötzlich eine zweite Linie hatte.
  • Lasst euren Kolben erst mal heiß werden, sonst kann es sein, dass die Spitze dann „hängen“ bleibt und es in der Linie huggelig wird bzw. ausreißt.
  • Probiert vorher aus in wieweit euer Werkmaterial zum einbrennen geeignet ist und wie es sich verhält (wie viel wird zum Beispiel weggeschmolzen).
  • Für saubere Linien braucht ihr "die richtige" Geschwindigkeit und nach Möglichkeit solltet ihr nicht absetzen. Probiert das am Besten vorher aus oder "Augen zu und durch" (meine bevorzugte Taktik /D leider).
  • Wenn das Vorzeichnen mit einem Marker nicht geht kann man mit manchen Malerkrepp Klebebänder die Form vorkleben oder wie unter "Verzierung" beschrieben das Muster einritzen um es anschließend nachzuziehen.

 

 

Verzierungen

Auf (festen) Schaumstoffen kann man Verzierungen auf verschiedenen Arten „anbringen“. Zum einen kann man Elemente aufklebe, zum anderen einritzen. Einritzen kann man die Verzierungen z.B. mit einen Skalpell, anschließend föhnt man die Formen mit heißluft, dabei „springen“ diese auf und werden gut sichtbar. Wie stark diese dann werden hängt ganz vom verwendeten Werkstoff auf. Auf meinem hier verwendeten Werkstoff Plastazote LD29 ist die Veränderung nicht ganz so groß. Diesen Trick kann man dann dennoch gut verwenden um zu markieren. An diesen Markierungen kann man dann z.B. den Lötkolben entlangführen. Der Lötkolben bieten den Vorteil, dass ihr sofort seht was ihr gemacht habt und das der Lötkolben in den meisten Materialien gleich breit ausbrennt (bis auf ein paar Millimeter). Nachteil sind die oben genannten Schreuben, die teils mehr machen als ihr wollt und wenn ihr es ein Mal eingebrannt habt könnt ihr das nicht mehr rückgängig machen (beim Einschneiden könnt ihr einen Fehler vertuschen, in dem ihr die Stelle nicht erhitzt, z.B. durch abdecken).

 

 

Falzkanten

Falzkanten, also alles was später eine Kante wird kann man verschieden erzeugen.

Die schnellste, ärgerlichste und unsauberste Variante ist (Kontakt-)Kleber auf die Linie schmieren und in den entprechenden Winkel knicken und so lange halten/fixieren bis der Kleber getrocknet ist und das Beste hoffen, vielleicht noch mal mit dem Heißluftföhn drüber.

Besser ist es, wenn man Vertiefungen an entsprechende Stelle setzt. Das geht mit einem Scherenrücken und, wesentlich sauberer und schneller, mit Lötkolben. Dann Kleber in die Vertiefung und wie oben in den entsprechendem Winkel fixieren bis der Kleber hält.

Die sauberste, aber auch Zeitaufwendigste, Variante ist und bleibt aber, dass man in einem  entsprechenden Winkel Material herausschneidet und dann wie gewohnt arbeitet. Das funktioniert dann auch super bei dicken Matten.

  

  

„Ausschneiden“ / Ausstanzen

Mit den Lötkolben könnt ihr auch "schneiden", damit bekommt ihr saubere "zusammengeschmolzene" Kanten. Dafür einfach mehrfach die entsprechende Linie nachziehen oder langsamer arbeiten, s.d. es durch ist. Bei Flachen Werkstücken ist es also immer die Frage was für euch aktuell besser ist; d.h. habt ihr eine freie feuerfeste Fläche (z.B. der Herd), ist der Lötkolben vielleicht schon heiß oder wollt ihr lieber bequem auf der Couch sitzen und nutzt die Schere usw..  

- Manchmal ist es aber echt umständlich Teile aus einem Werkstück herauszuschneiden. So wie hier abgebildet rechts. Ich hatte die Löcher absichtlich nicht gleicht eingefügt, damit das ganze bei den restlichen arbeiten stabil bleibt und ich es nicht versehentlich mit irgendwas ausreise.

Nun gibt es die Möglichkeit mit einer Nagelschere, einem Cutter oder Skalpell daran zu gehen, aber ich finde das eher unbequem da ich dieses große Werkstück nicht nach belieben drehen und wenden kann und die Schneiden allesamt star und reccht breit sind. Viel einfacher ist es für mich gewesen mit dem runden Lötblatt zu arbeiten. Ich habe die Schablone aus einem festen Karton von einem Blätterblock gefertig. Diese habe ich dann an der entsprechenden Stelle aufgelegt und dann den Lötkolben angesetzt.Mit diesem habe ich dann viele Löcher nebeneinenander eingebrannt und habe am Ende die Form noch mal mit der Spitze nachgezogen. Blopp~ und ferig war das Loch. Kleine unebenheiten kann man dann auch noch gut wegschmelzen.

Übrigens hatte ich auch an den entsprechen Stellen die Oberfläche auch schon mit Holzleim geglättet. Hat dennoch super funktioniert und nur ein wenig mehr gequalmt und nicht anders gerochen. Aber durch den gut gelüfteten Raum war es schnell so als hätte es nie Qualm gegeben.

 

  

 

 

Btw. auf dem Bild seht ihr Plastazote LD29.

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